Älteste Nachweise von Vertretern der
Gattung Homo stammen derzeit aus der
Sierra de Atapuerca in Spanien und sind bis zu 1,2 Mio. Jahre alt.
[7] Noch ältere Fossilfunde aus
Georgien (außerhalb der heute gültigen Grenzen Europas) sind 1,8 Mio. Jahre alt und werden als
„Homo georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der älteste Besiedlungshorizont mit
Homo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren. Erst vor ca. 40.000 Jahren gelangte
Homo sapiens nach Europa (vgl.
Ausbreitung des Menschen) und ersetzte nach und nach den
Neandertaler. Mit der
Jungsteinzeit und der
Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.

Konstantin der Große mit dem Stadtmodell Konstantinopels

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der
Aufklärung neue Akzente und forderte
Toleranz, die Achtung der
Menschenwürde,
Gleichheitund
Freiheit. In
Frankreich kam 1789 durch die
Französische Revolution das
Bürgertum zur Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des nach der Revolutionszeit zur Macht gekommenen
französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein
Fiasko erlebte. Die konservativen Siegermächte versuchten darauf im Rahmen des
Wiener Kongresses die vorrevolutionären Zustände wieder herzustellen, was nur vorübergehend gelang. Die
Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die
kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt von der Verbreitung
demokratischer Ideen und Systeme, der konservativen Reaktion darauf und dem mit ungezügeltem Nationalismus einhergehenden
Imperialismus der Großmächte. Sowohl der
Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der
Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Rund 60 Millionen Menschen verloren in Letzterem ihr Leben; geschätzte sechs Millionen davon waren Juden, welche die
Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn, wie auch Homosexuelle und
„Zigeuner“, auszurotten versuchten.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch
Institutionen wie die
EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt.