Montag, 27. August 2012

Europa (altgriechisch ΕὐρώπηEurṓpē) ist ein Erdteil, der sich über das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Obwohl es geographisch gesehen ein Subkontinent ist, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet, wird es historisch und kulturell begründet meist als eigenständiger Kontinent betrachtet. Dies verweist darauf, dass sich der Begriff „Europa“ nicht in der geographischen Definition erschöpft, sondern sich auch auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche und ideelle Aspekte bezieht.






Europa
Lage Europas auf einer Weltkarte
Fläche10.180.000 km²
Bevölkerung740 Millionen (Mitte 2011)[1]
Bevölkerungsdichte65 Einwohner/km²
Länderca. 50
SprachfamilienIndogermanisch
Finno-Ugrisch
Turksprachen
Baskisch
Semitisch
Nordwestkaukasische Sprachen
Nordostkaukasische Sprachen
Mongolische Sprachen
ZeitzonenUTC (Island) bis UTC+4(Russland)

Name


Der Name „Europa“ lässt sich in Europa selbst am weitesten in Form der griechischen Εὐρώπη zurückverfolgen: Hier wurde Eurṓpēmeist als Kompositum aus altgriechisch εὐρύςeurýs, „weit“ und ὄψóps, „Sicht“, „Gesicht“ aufgefasst, daher Eurṓpē, „die [Frau] mit der weiten Sicht“.
Nach der griechischen Mythologie war dies der Name einer phönizischen Königstochter, altgriechisch Εύρώπη, die Zeus in Stiergestalt schwimmend nach Kreta entführte und dort verführte. Dieser Name stammt nach Auffassung einiger Etymologen[2] aus einer semitischen Sprache und wurde dann gräzisiert, z. B. aus phönizisch erob, „dunkel“, „Abend“.
Im 5. Jahrhundert vor Christus bezog der griechische Schriftsteller und Geograph Herodot den Begriff „Europa“ auf die Landmassen nördlich des Mittelmeers sowie des Schwarzen Meers und unterschied sie so von den Landmassen Asiens („Asia“) und Afrikas („Libya“).

Geographie


Europa hat im Osten gegenüber Asien keine eindeutige geographische oder geologische Grenze. Deshalb sind die ‚Grenzen Europas‘ eine Frage gesellschaftlicher Übereinkunft, eine geographische Definition Europas ist immer willkürlich. Nach einer bekannten Formulierung von Bernard-Henri Lévy ist Europa „kein Ort, sondern eine Idee“. Im Folgenden wird aus pragmatischen Gründen bezüglich der Grenze zwischen Europa und Asien die Definition von Philip Johan von Strahlenberg verwendet. Danach bilden Uralgebirge und -flussdie Ostgrenze Europas. Zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer verläuft die Grenzlinie durch die Manytschniederungnördlich des Kaukasusgebirges, da an ihrer Stelle einst eine Meeresstraße das Kaspische Meer mit dem Schwarzen Meer verband.[3]
Die oben gezeigte Weltkugel zieht – davon abweichend – die Grenze entlang des Kaukasus-Hauptkammes; diese Grenzziehung wird im englisch- und französischsprachigen Raum bevorzugt. Näheres dazu unter Innereurasische Grenze.
Insgesamt hat Europa eine Fläche von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern und ist damit nach Australien der zweitkleinste Kontinent. Der nördlichste Punkt des europäischen Festlands liegt auf der Halbinsel Nordkinn in Norwegen, der südlichste ist die Punta de Tarifa in Spanien, der westlichste das Cabo da Roca in Portugal. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3800 km. In Ost-West-Richtung misst das europäische Festland etwa 6000 km, vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals.

Geschichte


Älteste Nachweise von Vertretern der Gattung Homo stammen derzeit aus der Sierra de Atapuerca in Spanien und sind bis zu 1,2 Mio. Jahre alt.[7] Noch ältere Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute gültigen Grenzen Europas) sind 1,8 Mio. Jahre alt und werden als„Homo georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der älteste Besiedlungshorizont mit Homo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren. Erst vor ca. 40.000 Jahren gelangte Homo sapiens nach Europa (vgl. Ausbreitung des Menschen) und ersetzte nach und nach den Neandertaler. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Konstantin der Große mit dem Stadtmodell Konstantinopels
Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen bis heute ihre Spuren. In der Antike vereinigte das Römische Reich zur Zeit des Augustus erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern desMittelmeerraums in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum in der Spätantike von Konstantin dem Großen gefördert (Konstantinische Wende) und unterKaiser Theodosius I. zur Staatsreligion erhoben – eine Entwicklung, die bis heute fortwirkt. Mit dem Ende der Antike brach im Westen das Imperium Romanum zusammen, bestand im Osten jedoch als (immer mehr griechisch geprägtes) Byzantinisches Reich bis 1453 fort. In dieser Zeit drängten mit der Völkerwanderung eine Vielzahl von meist germanischen Stämmen (AngelsachsenFrankenGotenu.a.) in das westliche Europa und bildeten den Grundstein für zukünftige Nationen (England, Frankreich, Spanien).
Im Frühmittelalter erklärte das Paderborner Epos den Herrscher des FrankenreichsKarl den Großen, zum „Vater Europas“ (pater Europæ).[8] Das Mittelalter war unter anderem geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen (sieheRömisch-deutscher Kaiser) und dem byzantinischen Kaiser in Konstantinopel (Zweikaiserproblem), auf deren beider Einflusssphären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum seit dem Frühmittelalter über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa im Spätmittelalter christlich wurde. Im westlichen Europa gab es jedoch seit dem Investiturstreit im 11. Jahrhundert Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Im Zeitalter der Renaissance entdeckte man im lateinischen Westen das„ Wissen der Antike“ wieder, was teils einen kulturellen Aufschwung bewirkte. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die westliche Kirche (mit der orthodoxen Kirche war es bereits im Jahr 1054 zum Bruch gekommen) in einenkatholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.
Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders SpanienPortugalRussland, die NiederlandeFrankreich und dasVereinigte Königreichkoloniale Imperien mit großen Besitztümern auf allen anderen Kontinenten auf. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche MissionierungKolonienSklavenhandelWarenaustauschund Kultur).
Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der MenschenwürdeGleichheitund Freiheit. In Frankreich kam 1789 durch die Französische Revolution das Bürgertum zur Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des nach der Revolutionszeit zur Macht gekommenen französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die konservativen Siegermächte versuchten darauf im Rahmen des Wiener Kongresses die vorrevolutionären Zustände wieder herzustellen, was nur vorübergehend gelang. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt von der Verbreitung demokratischer Ideen und Systeme, der konservativen Reaktion darauf und dem mit ungezügeltem Nationalismus einhergehenden Imperialismus der Großmächte. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Rund 60 Millionen Menschen verloren in Letzterem ihr Leben; geschätzte sechs Millionen davon waren Juden, welche die Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn, wie auch Homosexuelle und „Zigeuner“, auszurotten versuchten.
Europa im Jahr 1899
Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: sozialistischeNationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Dazwischen gab es einige neutrale Staaten. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, die Sowjetunion und derWarschauer Pakt lösten sich auf.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durchInstitutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt.

Politik



Politische Gliederung 

Politische Karte Europas
Auch nicht-europäische Länder sind Mitglied in europäischen Organisationen. Beispiel: EU, Europarat, OSZE, EBU, UEFA
Zieht man die Grenze Europas gemäß der Definition Strahlenbergs (siehe: Abschnitt Geographie) gibt es zurzeit 46 souveräne Staaten, die ganz oder teilweise in Europa liegen. 26 davon sind Mitglied der Europäischen Union. Der 27. Mitgliedstaat der EU, die Republik Zypern, zählt geographisch zu Asien.
Des Weiteren wird die Republik Kosovo von allen deutschsprachigen Staaten als selbstständiger Staat anerkannt. Serbien betrachtet die abtrünnige Provinz jedoch weiterhin als untrennbaren Bestandteil seines Territoriums.

Mitgliedstaaten der Europäischen Union 

Belgien Belgien (Hauptstadt Brüssel)

  1. Bulgarien Bulgarien (Hauptstadt Sofia)
  2. Dänemark Dänemark (Hauptstadt Kopenhagen)
  3. Deutschland Deutschland (Hauptstadt Berlin)
  4. Estland Estland (Hauptstadt Tallinn)
  5. Finnland Finnland (Hauptstadt Helsinki)
  6. Frankreich Frankreich (Hauptstadt Paris)
  7. Griechenland Griechenland (Hauptstadt Athen)
  8. Irland Irland (Hauptstadt Dublin)
  9. Italien Italien (Hauptstadt Rom)
  10. Lettland Lettland (Hauptstadt Riga)
  11. Litauen Litauen (Hauptstadt Vilnius)
  12. Luxemburg Luxemburg (Hauptstadt Luxemburg)
  13. Malta Malta (Hauptstadt Valletta)
  14. Niederlande Niederlande (Hauptstadt Amsterdam)
  15. Österreich Österreich (Hauptstadt Wien)
  16. Polen Polen (Hauptstadt Warschau)
  17. Portugal Portugal (Hauptstadt Lissabon)
  18. Rumänien Rumänien (Hauptstadt Bukarest)
  19. Schweden Schweden (Hauptstadt Stockholm)
  20. Slowakei Slowakei (Hauptstadt Bratislava)
  21. Slowenien Slowenien (Hauptstadt Ljubljana)
  22. Spanien Spanien (Hauptstadt Madrid)
  23. Tschechien Tschechien (Hauptstadt Prag)
  24. Ungarn Ungarn (Hauptstadt Budapest)
  25. Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (Hauptstadt London)
Das EU-Mitglied Zypern liegt komplett in Asien.

Weitere Staaten mit europäischem Territorium 

Albanien Albanien (Hauptstadt Tirana)

  1. Andorra Andorra (Hauptstadt Andorra la Vella)
  2. Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina (Hauptstadt Sarajevo)
  3. Island Island (Hauptstadt Reykjavík)
  4. Kasachstan Kasachstan (Hauptstadt Astana)
  5. Kroatien Kroatien (Hauptstadt Zagreb)
  6. Liechtenstein Liechtenstein (Hauptort Vaduz)
  7. Mazedonien Mazedonien (Hauptstadt Skopje)
  8. Moldawien Moldawien (Hauptstadt Chișinău)
  9. Monaco Monaco (Hauptstadt Monaco (Stadt))
  10. Montenegro Montenegro (Hauptstadt Podgorica)
  11. Norwegen Norwegen (Hauptstadt Oslo)
  12. Russland Russland (Hauptstadt Moskau)
  13. San Marino San Marino (Hauptstadt San Marino)
  14. Schweiz Schweiz (Bundesstadt Bern)
  15. Serbien Serbien (Hauptstadt Belgrad)
  16. Türkei Türkei (Hauptstadt Ankara)
  17. Ukraine Ukraine (Hauptstadt Kiew)
  18. Vatikanstadt Vatikanstadt
  19. Weißrussland Weißrussland (Hauptstadt Minsk)
Bei einer alternativen Grenzziehung Europas entlang des Hauptkamms des Kaukasus wären weitere kleine Gebiete Georgiens und Aserbaidschans (inklusive der Hauptstadt Baku) europäisch.

De facto unabhängige Staaten 

Kosovo Kosovo (Hauptstadt Priština): Das Parlament in der von der UN verwalteten Provinz Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien. Serbien, in dessen Verfassung explizit über die serbische Provinz als unteilbarer Teil der Republik die Rede ist, betrachtet die Region, genauso wie mehr als die Hälfte der internationalen Staatengemeinschaft, weiterhin als Bestandteil Serbiens.

  1. Transnistrien Transnistrien (Hauptstadt: Tiraspol): 1992 hat sich in Transnistrien ein de facto unabhängiger Staat von Moldawien etabliert. Er ist aber von keinem anderen Staat anerkannt.

Weitere Gebiete 

Daneben gibt es noch kleinere Territorien, die nicht integrierter Bestandteil eines Staates, aber auch nicht selbständig sind:

Diese drei Gebiete sind Kronbesitzungen der britischen Krone. Sie sind kein Bestandteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.
Gibraltar ist ein Britisches Überseegebiet. Als solches steht es zwar unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs, ist aber ebenfalls kein Teil davon.
Die Färöer bilden zusammen mit Grönland und dem dänischen Kernland das Königreich Dänemark.

Andere Gebiete in Randlage 

Norwegen Jan Mayen

Diese zwei Gebiete sind Teil des Königreichs Norwegen und werden deshalb gewöhnlich zu Europa gezählt. Aufgrund ihrer Lage zwischen Skandinavien und Grönland (Jan Mayen) bzw. zwischen Skandinavien und dem Nordpol (Svalbard) ist die geographische Zuordnung zum Kontinent nicht eindeutig.
Die Inselgruppen sind zwei autonome Regionen Portugals. Ihre Zuordnung zu Europa folgt aufgrund politischer, kultureller und historischer Gleichartigkeit. Geographisch liegt etwa Madeira näher der afrikanischen als der europäischen Küste.

Teilweise in Europa liegende Staaten 

Die Türkei liegt nach der traditionellen geographischen Abgrenzung an Bosporus und Dardanellen nur mit drei Prozent ihrer Fläche in Europa, der Rest in Asien. Zum europäischen Teil gehört jedoch die Altstadt İstanbuls, der größten Stadt und historischen Hauptstadt. Die politischen und kulturellen Grenzen folgten in dieser Region kaum jemals der traditionellen geographischen Abgrenzung der Kontinente. Die Türkei unterscheidet sich vor allem durch ihre muslimische Religion vom Großteil des restlichen Europas. Politisch gehört die Türkei als Mitglied des Europarats zu Europa. Sie bildet mit der EU eine Zollunion und wird bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet. Auf politischem Gebiet ist die Frage der Zugehörigkeit der Türkei zu Europa derzeit vor allem im Kontext der Verhandlungen über ihren Beitritt zur EUheftig umstritten.

  • Kasachstan liegt nach der am weitesten verbreiteten geographischen Abgrenzung am Uralfluss mit elf Prozent seiner Landfläche in Europa, der Rest in Asien. Etwa die Hälfte der Einwohner sind Angehörige europäischer Völker (Russen, Ukrainer, Polen, Deutsche). Abgesehen von der Mitgliedschaft in der UEFA sowie der OSZE, die es jedoch mit fünf[9] bzw. sieben[10] weiteren asiatischen Staaten teilt, wird es politisch und kulturell gewöhnlich zu Asien gezählt.

Außereuropäische Besitzungen europäischer Länder 

Der größte Teil Russlands liegt nicht in Europa, wenngleich das Land ethnographisch, historisch und kulturell zweifelsfrei untrennbarer Teil Europas ist. In Asien liegen Sibirienund der Nordkaukasus.

Mitglieder europäischer Organisationen 

Einige Staaten gehören geographisch nicht zu Europa, sind aber Mitglieder europäischer Organisationen

  • Zypern liegt im östlichen Mittelmeer nahe der Küste Asiens, zu dem es deshalb geographisch gezählt wird. Geschichtlich und kulturell ist es jedoch eng mit Europa verbunden und politisch und kulturell Mitglied europäischer Organisationen. Seit Mai 2004 ist die Republik Zypern auch Mitglied der Europäischen Union.
  • Die transkaukasischen Staaten ArmenienAserbaidschan und Georgien werden geographisch zu Asien gerechnet. Geschichtlich und kulturell sind jedoch die beiden mehrheitlich christlichen Staaten Armenien und Georgien mit Europa verbunden. Alle drei Staaten sind Mitglieder des Europarates und werden bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet.
  • Israel liegt geographisch unbestritten in Asien. Bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen wird es jedoch oft Europa zugeordnet.

Politische Organisationen 

Mitgliedschaft in Europäischen Organisationen
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa(OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören.
Europadenkmal auf der deutsch-französischen Grenze bei BerusSaarland
1951 schlossen sich Belgien, die NiederlandeLuxemburgDeutschlandItalien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Ab dem EG-Fusionsvertrag 1967 teilten sich die drei Europäische Gemeinschaften (EGKS, Euratom und EWG) die gemeinsamen Institutionen Kommission, Rat, Parlament und Gerichtshof. Mit dem Vertrag von Maastricht 1993 wurde die EWG in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt und außerdem die Europäische Union gegründet, die die drei Gemeinschaften umfasste sowie um zwei intergouvernementale Politikbereiche die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und dieZusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres erweiterte. 2002 wurde die EGKS aufgelöst und ihre Funktionen von der EG übernommen. Nach der Ost-Erweiterung in den Jahren 2004 und 2007 zählt die EU 27 Mitgliedsstaaten. Durch den Vertrag von Lissabonging schließlich die EG zum 1. Dezember 2009 vollständig in der EU auf.
Ein Großteil der Mitgliedstaaten der ebenfalls in den 1950er Jahren gegründeten Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ist mittlerweile in die EU übergetreten, nur noch IslandNorwegenSchweiz und Liechtenstein sind Mitglieder. Die EFTA ist anders als die EU eine reine Freihandelszone ohne supranationale Entscheidungsbefugnisse.
In militärischer Hinsicht ist die NATO (Nordatlantikvertrag-Organisation) in Europa von großer Bedeutung. Sie wurde 1949 aufgrund der sich abzeichnenden Differenzen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen den Westalliierten und der UdSSR gegründet. Neben den 23 europäischen Mitgliedern sind auch die USAKanada und die Türkei Mitglieder der NATO.